Unerwartete Begegnung…..

Hallo Arlberg-Freunde….Gerüchte gab es schon seit einiger Zeit, und nachdem ich  angefangen hatte, mich für die Entstehung des Lecher Skizirkus zu interessieren, hatte ich mir vorgenommen: Wenn sie noch irgendwo herumsteht, würde ich sie finden…jene „einsame“ Kabine, die bis um die Jahrtausenwende das Tal zwischen Kriegerhorn und Mohnenmähder überquert hatte -„ohne Gegenverkehr“  und in schwindelnder Höhe!

Jedenfalls: Ein paar Telefonate und etwas Internet-Recherche, und ich hatte ihre Spur gefunden: die Mohnenfluh-Gondel – Ausgangspunkt zum Mohnenmähder und zu anspruchsvolle  freeride-Abfahrten vom Feinsten bis runter nach Schröcken  oder rüber nach Warth… siehe da: fast direkt  vor meiner Haustür….da stand sie!

 

Ihr Schicksal schien ja zunächst besiegelt, als am Steinmähder ein Sessellift entstand, der auf bequemen Sitzen (und nicht wie zuvor am Kriegerhorn in drangvoller Enge – 57 Personen max.!)am Eingang zum Zuger Tobel die Skifahrer „einfing“ und hinauf zum Mohnenmähder oder zum Einstieg in die Abendweide lockte. Und die Kapazitätsausweitung von 4 auf 8 bequeme Sitze, die schon bald folgte, ließ die Warteschlangen am Steinmähder schrumpfen und so war`s dann bald um die Einbahn-Seilbahn geschehen…

Nun hatte man den Steinmähder-Lift fraglos nicht errichtet, um der Mohnenfluh-Gondel den Garaus zu machen…die Gründe für die Stilllegung waren wohl ein andere: Zwar war der Reiz des Geländes „auf der anderen Seite“ den  meisten Skifahrern nicht verborgen geblieben , aber mit 57 zugelassenen Passagieren war die Kapazitätsgrenze der Gondel im Einbahnverkehr doch recht schnell erreicht, und eine Aufstockung durch eine größere Gondel hätte die altersschwachen technischen Gegebenheiten (Tragseile, Stationsgebäude etc. ) deutlich überfordert- Na ja – und die gefühlsmäßige Akzeptanz jener abenteuerlichen Konstruktion, die freischwebend ohne jede Stütze quer über das Tal und die Furkamähder-Piste zum Zuger Hochlicht führte, war auch nicht jedermanns Sache…..

Ihr bisheriger „Ruhestand“ – so hat sich mittlerweile herausgestellt- war dann durchaus  bewegt verlaufen: nach einem Zwischenaufenthalt auf Lechs Partnerinsel Sylt (immerhin 10 Jahre bei Wind und Wetter als Strandwärter-Häuschen!) war sie vor einem Hamburger Sportgeschäft gelandet – wohl um dort auf den geplanten Verkauf der legendären „geschäumten“ Strolz-Skistiefel zu verweisen! Ob dieser Versuch von Erfolg gekrönt war….ich weiss es nicht. Irgendwann war das Geschäft zumindest an seinem bisherigen Standort verschwunden, und mit ihm die Gondel! Ich selbst hatte meine Schuhe sowieso nach wie vor in Lech gekauft mit der sicheren Gewissheit eines gut funktionierenden Vor-Ort-Service, wenn`s mal irgendwo drückte oder die Absätze abgewetzt waren.

Inzwischen steht die Gondel jedenfalls an der Golf Lounge in  Hamburg Rothenburgsort – und da hab ich sie entdeckt! Ihr traditionelles Äußeres ist zwar einer „Kriegbemalung“ gewichen, aber im Inneren zeugen nach wie vor das Herkunftsschild der traditionsreichen Firma Karosseriebau Swoboda, ein paar übrig gebliebene Ski und die Beschränkung auf „57 Personen“ von der alpinen Vergangenheit – und die eine oder andere Erinnerung kommt auf- etwa an das ungläubige Staunen mancher Fahrgäste, wenn unter uns Skikurs-Teilnehmern mit gespielter Empörung erzählt wurde, dass man hier aus Kostengründen ein gebrauchtes Seil aus Zermatt eingebaut hatte – und dies an den Enden nicht mal miteinander verschweisst, sondern nur gelötet…..

Inzwischen sind mir einige Quellen  zugänglich gemacht worden, die mehr über die Historie der Mohnenfluh-Seilbahn liefern:   erbaut in 24 Monaten (1966/67), pendelte sie bis zum Jahr 2001 zwischen  2172m und 2375m  hin und her und legte frei schwebend ohne Stützen in schwindelnder Höhe pro Fahrt ca. 1500 m zurück mit einer Geschwindigkeit von 5m/s .

Das war`s dann für heute! Euer Ekkehard „Ekki“ Bechler

 

8 Gedanken zu „Unerwartete Begegnung…..

  • 18. März 2017 um 15:24
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    Wunderbare Erinnerungen. Ich habe viele Jahre am Arlberg verbracht und tue das immer noch. Ich freue mich über diese schönen Erzählungen. Herzlichen Dank!

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    • 8. März 2020 um 17:59
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      Ich werde in den nächsten Wochen ein historisch-autobiografisches Taschenbuch über die. letzten 50 Jahre am Arlberg veröffentlichen. Interessiert?

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  • 18. März 2017 um 15:36
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    ich freue mich über jeden Kommentar und jede Anregung und bin in verkommenden Woche wohl wieder vor Ort, um weiter zu recherchieren. Wenn alles gut läuft, soll zum Jahresende vielleicht ein Buch zum Thema entstehen…Ekkehard Bechler

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  • 8. März 2020 um 17:20
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    Erinnerungen am die abenteuerlichen Anfänge meines Skifahrerlebens – der Natur noch wirklich nahe – werden wach: Ich hatte Schiss in diesem unglaublich hoch schaukelnden Gerät, und wäre ich nicht mit jenen wunderschönen Abfahrten belohnt worden, die heute so selbstverständlich „mitgenommen werden „, hätte ich es wohl nicht wieder benutzt.

    Antwort
    • 8. März 2020 um 17:46
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      Inden nächsten Wochen wird ein kleines Taschenbuch erscheinen über meine 50 Jahre am Arlberg – ich werde Nachricht geben!

      E.Bechler

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    • 8. März 2020 um 17:48
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      Über die abenteuerliche Seilbahn habe ich inzwischen so viele Infos gesammelt …meine geplanten Arlberg-Memoiren werden davon mehr erzählen…ich werde an dieser Stelle die Veröffentlichung ankündigen.

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  • 6. Juni 2020 um 11:30
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    Grias enk Gott ålle miteinander Weiberleit und månader.
    Das tragseil wurde mit einem gewicht von 90 tonnen uber den turm abgespannt. In der Bergstation war Das tragseil mit 5 windungen uber einen in den berg verankerten betoncylinder abgesichert. Die dicke des tragseiles war 58mm. Noch dazu zum sagen wäre Das dass seil auf den abspannturm uber ein rad in Das abspanngewicht eingegossen war. Nachdem Das seil sich mit der zeit gedehnt hat wurde es abgespannt und gekurzt und wieder neu eingegossen. Zur täglichen kontrolle gehörte der aufstieg auf den turm. Egon

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    • 8. Juni 2020 um 2:51
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      Servus
      Jetzt bin ich wieder da und beantworte gerne Ihre Fragen um die Mohnenfluh Seilbahn.
      Viele Gruesse von Egon

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