Spuren am Arlberg

Es ist nun schon wieder ungefähr 3 Monate her, dass ich Lecher Bergluft geschnuppert habe. Unmittelbarer Anlasse war eine Veranstaltung und Austellungseröffnung im Huber-Hus – wie schon öfter ein willkommener Anlasse für einen Kurz-Trip  an den Arlberg.

„Spuren“ war der Titel einer Ausstellung zur „Skikultur“, die an 22.6.2018 in der Postgarage in Lech eröffnet wurde  – wie immer in solchen Fällen sorgsam vorbereitet vom Team des Lech-Museums unter der Leitung von Monika Gärtner und fachkundig kommentiert durch Bernhard Tschofen von der Universität Zürich.

Nach der Eröffnungsveranstaltung gings dann ins Huber-Hus und da  gab`s dann nach einem Begrüßungsschluck eine ganze Menge zu sehen, was im Lauf der letzten Monate zu den verschiedensten  Aspekten des Themas „Skikultur“ gesammelt worden war.

Die Geschichte des Arlbergs  wurde hier konkret: Zahlreiche Exponate (zum großen Teil aus Privatbesitz) erinnerten an die früheste Geschichte des alpinen Skilaufs, und so manches Schaustück  kannte ich (nicht ohne ein gewisses Erschrecken ob der damit verbundenen Jahreszahlen!)  in der Tat aus eigener Anschauung.

Dass ich selbst noch Hickory-Ski mit einem „Bildstein-Federstrammer“ besessen hatte und welche ideologisch-politischenen Hintergründe sich mit dem „Ullr“ verbunden hatten, den mein (ahnungsloser?) Großvater bei seinen Bergwanderungen am Gürtel getragen hatte –plötzlich ergab sich eine ganz andere Sicht!  Einige Beispiele werde ich in künftigen Zusammenhängen zeigen….

Was ich in dieser Ausstellung zu sehen bekam, war für viele jüngere Besucher„Neuland“, einiges deckte Hintergründe auf, die Altbekanntes in einem neuen Licht erscheinen ließ und nicht zuletzt wurde deutlich, welche entscheidende Rolle eine gutes Dutzend vorausschauender Personen zu Beginn des 20. Jahrhunderts für die kulturelle und wirtschaftliche Entwicklung der Arlberg-Region und für den Skisport in seiner Gesamtheit gespielt .

Da stößt man   auf  zahlreiche vertraute Namen, die bis  in die Gegenwart  für das aktuelle Geschehen von ausschlaggebender Bedeutung sind und Verantwortung tragen.

Eine Reihe von sehens- und lesenwerten Publikationen hat bis heute diese Entwicklung mit viel Sorgfalt und Sachkenntnis in Wort und Bild dokumentiert.

Dem Thema der Ausstellung im Huber-Hus  kommt der Band „Spuren“  (ISBN 978 3 9502706 6 2) jedoch sicherlich am nächsten:

Angeregt vom Verein „ski.kultur.arlberg und herausgegeben von Sabine Dettling und dem bereits erwähnten Bernhard Tschofen finden sich hier nicht nur beschreibende Informationen,  sondern auch interpretierende Gedanken und Kommentare, mit denen die Beobachtungen und Ereignisse in einen gesellschaftlichen und historischen Kontext eingebunden werden-  eine Sichtweise, die über die Faszination der Bilder deutlich hinausreicht. Was der in den dreißiger und vierziger  Jahren gebräuchliche  „Ullr“ mit der Rolle nordisch-germanischer Ideologie zu tun hatte – hier finden sich Hinweise!

Nach dem Besuch der Ausstellung blieb dann die Frage, was als Erstes zum empfehlen ist: Das Buch und dann die Ausstellung oder die umgekehrte Reihenfolge….egal, beides macht Sinn!

Mir wurde auf diese Weise einmal mehr  deutlich, wie lange ich den Bergen, dem Schnee und dem Skilauf schon verbunden bin- weit länger sogar, als meine schon traditionelle Verbundenheit zum Arlberg dies vermuten lässt.

50 Jahre ist die Zeitspanne, die ich demnächst in einem „nachträglichen Tagebuch“  über mein Zeit am Arlberg beschreiben will. Keine Konkurrenz zu den hochwertigen und sachkundigen Bildbänden, die es inzwischen in beachtlichere Anzahl gibt…nein, nichtmehr und nicht  weniger als eine Reihe von Erinnerungen an die Vielzahl von „heiteren“ Ereignissen,  scheinbar „nebensächlichen“ Tatsachen und die „unauffäligen“ Personen, die Gäste zu „Stamm“gästen machen….

Bis zum nächsten Mal

Ekki Bechler

 

2 Gedanken zu „Spuren am Arlberg

  • 30. Januar 2019 um 16:55
    Permalink

    Excuse me – is your wonderful book ‘Spuren’ skikultur am Arlberg available in English

    Antwort
    • 31. Januar 2019 um 5:53
      Permalink

      Unfortunately the book is not available in English!

      Yours sincerely Ekkehard

      Antwort

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.