Brandaktuell im November 2016: die Trittkopf/Flexen-Erweiterung

So, und heute gehts los mit meinen Erinnerungen, Visionen, Träumen und Entdeckungen!

So übersichtlich und vertraut der hier gezeigte Skizirkus rund um Lech und Zürs dem langjährigen Gast erscheinen mag  – der Kenner merkt schnell, dass er veraltet ist! Und zwar im wahrsten Sinn des Wortes „an allen Ecken und Enden“ ….in Richtung Schröcken und Warth auf der einen Seite und in Richtung zum „Tiroler“ Arlberg auf der anderen  Seite.

Und genau da wird`s interessant und brandaktuell: Die Trittkopf/Flexen-Erweiterung vom November 2017

…..weil hier Veränderungen stattgefunden haben, die aus mancherlei Gründen eine ganz besondere öffentlich Beachtung gefunden haben – nicht nur bei den angestammten Arlberg-Fans, sondern über ganz Österreich und Europa hinweg!

 

 

Endlich war der Traum von der Arlberg-Runde (nach dem Muster der Sella Ronda in den Dolomiten) Realität geworden :

Von Warth/Schröcken über den  Rüfi nach Zürs, dann hoch zum Trittkopf und schließlich  OHNE Shuttle Bus nach Stuben, zur Albona, St.Christoph, St.Anton, zum Rendl und über das Schindlergrat wieder zurück …und dann wieder rauf zum Trittkopf und runter zum Zürsersee-Lift, von da  dann übers Muggengrat durchs  Zürser Täli – an dessen Ende vielleicht ein Boxenstop am Flexenhäusl (in Höhen-Metern und Euro recht weit oben angesiedelt!) und zum Schluss übers Madloch nach Zug, dann vorbei(?) an der Balmenalpe  mit ihrer Schneebar und mit dem „spektakulärsten Lift des Arlbergs“ (ein nacktes horizontales Umlaufseil!) nach Oberlech zum „Absacker“ vorm Burghotel oder an der Schirmbar…

Natürlich hab ich`s auch gemacht, und das gleich zweimal: zum ersten und (vorläufig) zum  letzten Mal!

Aber von Anfang an : Vom Trittkopf runter  nach Zürs in gefühlten 5 Minuten zum Sessellift neben dem Flexen-Hotel (eine „historische“ Stätte, über die ich später mehr erzählen werde!) – das war so ziemlich das Größte, was meine Frau und ich uns an sportlicher Rivalität geleistet haben (im Tennis ist sie eh`besser!) – und wir schwärmen heute zuweilen noch davon! Dabei werden die Abfahrts-Zeiten rückblickend immer kürzer und  schneller…..;-)

Vorbei ist`s jetzt -so scheint es- mit dem unbeschwerten Spaß!  Grob geschätzt die dreifache Menge an Besuchern an einem sonnigen Sonntagmorgen- und das bei unveränderten Platzverhältnissen – das ließ allzu oft nur die Wahl zwischen Pest und Cholera -sprich: links von der Piste „in den Berg“ oder rechts von der Piste in den Abgrund….

Sämtliche Snowboarder westlich von Innsbruck schienen sich an jenem Sonntagmorgen-bestückt mit reichlich Dosenbier im Rucksack und dann später auch im Blut- am Trittkopf versammelt zu haben und kündigten sich  durch ihr unvermeidliches drohendes Kratzen und Scharren den talwärts fahrenden Skifahrern an – als unkalkulierbare „Gefahr aus dem Hinterhalt“ ! Dass bei manchen internationalen Wettbewerben namhafte Snowboard-Akteure  aufgrund ihres alkoholbedingten Übermuts von der Teilnahme (in Japan sogar: von der Einreise) ausgeschlossen wurden, ist ein Warnsignal , das nachdenklich stimmt- und ich bin weiss Gott kein Kind von Traurigkeit! Moser-Wirt und Crazy Kangaroo in allen Ehren – aber alles zu seiner Zeit!

Nicht, dass eine stark frequentierte Piste bei vernünftigem Verhalten zwangsläufig zur Spaßbremse mutieren muss – aber was sich am Trittkopf jetzt zuweilen abspielt, ist schade…schlicht und einfach schade um eine der schönsten Talabfahrten von Zürs! Bei allem Respekt vor der technischen und logistischen Leistung beim Bau!

Und auch das wär ja alles bei entsprechender Vor- und Umsicht noch halbwegs zu ertragen, wenn nicht Wesen und Natur des Snowboardens  es mit sich brächten, dass etwa die Hälfte der Fahrstrecke zwangsläufig beim Hin- und Herkreuzen mit dem Rücken zur Fahrrichtung absolviert wird!  Shakespeares Erkenntnis, dass „der bessre Teil der Tapferkeit die Vorsicht“ sei, erfährt hier ihren tieferen Sinn – und die Konsequenz: Wettfreudige Engländer unter den Arlberg-Gästen sollen angeblich schon Wetten darüber abeschlossen haben, ob bei einer beobachteten Kollision auf der Piste wohl ein Snowboarder beteiligte gewesen sei!

Ich will weiss Gott nicht das Snowboarden restlos verteufeln! Die Körperbeherrschung mancher Akteure ist faszinierend, und wer die einschlägigen Snowboard-Zentren etwa im Zillertal besucht, bekommt  einen bleibenden Eindruck von den artistischen Fähigkeiten….leider aber auch von der unreflektierten Risikobereitschaft, die möglicherweise von einer  fehlenden Vertrautheit mit dem alpinen Gelände herrührt. Nicht alles, was die breiten Bretter im Tiefschnee zu leisten vermögen, steht in einem sinnvollen Verhältnis zur umgebenden Natur und ihren unvermeidlichen Gefahren! Und wer das Brett souverän beherrscht, aber die Natur nicht kennt und Warnungen lachend ignoriert, überschätzt sich nur allzu oft – und dies nicht selten zu Lasten Dritter!

Unklar ist, ob der beklagenswerte Zustand der oberen Madloch-Piste (einschlägige Warnhinweise im Tal- das hab ich in rund 50 Jahren nicht erlebt!!) mit dieser Entwicklung zusammenhängt – die Schneelage zumindest war in der Vergangenheit schon schlechter, und das Madloch war trotzdem stets gut befahrbar – auch wenn`s oben mal den einen oder anderen Stein zu umfahren galt! Die beispielhafte Pistenpflege der Alberger Pisten -Teams sorgt bekanntlich Tag und Nacht für beste Bedingungen – nicht zuletzt, seitdem auch die Anfängerkurse möglichst schon nach drei Tagen übers „entschärfte“ Madloch getrieben werden! 50 Jahre sind auch am Madloch nicht spurlos vorbei gegangen….

Hier sollte etwas geschehen – nicht zuletzt im wohlverstandenen Eigeninteresse der „Beherbergungsbetriebe“  in den Standorten Stuben, Lech und Zürs !

Schade eigentlich, dass dieser spontane Bericht unerwartet einen „negativen“ touch bekommen hat , aber ich schreib halt so, wie es mir in den Kopf kommt. Totschweigen hilft nichts, und etliche Gespräche der letzten 2 Tage haben mir gezeigt, dass ich da nicht ganz alleine auf weiter (oder besser“weisser „) Flur stehe. Was meint ihr dazu?

Beim nächsten  Mal wird’s hoffentlich erfreulicher !

 

Ski heil ! Euer Ekkehard „Ekki“ Bechler

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