Alpwirtschaft mit Migrationshintergrund – der Lecher Schottenhof

Alpwirtschaft mit Migrationshintergrund…der Schottenhof in Oberlech

Erstaunte Blicke sind nicht selten, wenn Neuankömmlinge aus dem Schlosskopflift aussteigen und nach dem ersten Schwung in Richtung Petersboden plötzlich eine Horde kraftvoller zottiger brauner „Rindviecher“ vor sich sehen!

Da, wo sich etwa vor wenig etwa 10 Jahren noch normale Rinder und eine Handvoll Pferde tummelten, sieht man sich heute mit  einer mehr oder weniger großen Gruppe stämmiger und ehrfurchtgebietender Exemplare der Gattung „Highland Cattle“ konfrontiert.

Wem die den wohl gehören mögen, fragt sich dann vielleicht der eine oder andere, oder ganz Neugierige fragen vielleicht sogar nach dem „Warum“!

Ob das den Rindern denn überhaupt gefällt, in Eis und Schnee zu stehen!

 

Immerhin hätten sie ja durchaus die Möglichkeit, den mit Stroh bestreuten „Kaltstall“ aufzusuchen – aber nein, sie lieben im Sommer wie im Winter das umzäunte Freigelände vor dem „Schottenhof. Die Frage nach den Eigentümern ist  schnell beantwortet: der hochmoderne Stall -genannt „der Schottenhof“- gehört der ortstansässigen Skilift-Gesellschaft, aber für das „Warum“ muss man schon ein wenig tiefer schürfen – immerhin gehört es nicht gerade zu angestammten Aufgabengebiet einer Liftgesellschaft, Rindviecher zu züchten. Schließlich hat man zuweilen mit der zweibeinigen Variante genug zu tun ….

Dabei gibt es auf den 50 Hektar Weideland im Besitz der Skiliftgesellschaft durchaus Nützliches für sie zu tun: Wo sie im Sommer grasen, wird das Gras kurz gehalten und durch ihre Huftritte wird der Boden gefestigt – das verhindert das Schneeabrutschen im Winter. So werden die „Schotten“ dann unversehens zum nützlichen Weidehelfer.

Wie so oft im Lecher Umfeld stand hinter der Idee der Oberlecher Schottenherde der stets für Unruhe sorgende „Boss“ der Skilifte Lech Ges.m.b.H .
Trotz (  oder vielleicht gerade wegen ;-))   ??) der lästigen institutionellen und bürokratischen Hemmnisse und Bedenkenträger war er nicht abzubringen von der Idee einer alpmäßigenBewirtschaftung der Oberlecher Weideflächen durch jene robusten Hochlandrinder, denen das raue alpine Klima wenig anzuhaben scheint und denen die Lebensbedingungen im Lecher Hochgebirge ganz offensichtlich gefallen!

 Manharts Verhandlungspartner wissen, worauf es dann üblicherweise hinausläuft: Was nicht geht, wird gehend gemacht …auch wenn man darüber diskutieren mag, ob die Liftgesellschaft  nun so ganz nebenbei zum Viehzüchter geworden ist oder zum Landwirt!

Bei gegenwärtig mehr als 20 Prachtexemplaren erübrigt sich an dieser Stelle jede weitere Diskussion..und so an die Dreißig sollten es schon werden…

Besonders eindrucksvoll wirkt auch das Herz des Projektes – der am Schloßkopf in Oberlech thronende Schottenhof, welcher 2013 bis ins kleinste Detail wohldurchdacht gebaut wurde. Manhart ist nun mal von Haus aus Ingenieur und Techniker!

Anfangs argwöhnisch von den heimischen Entscheidungsträgen beäugt, entstand hier eines der imposantesten  Bauvorhaben in Sachen hochalpiner Landwirtschaft mit einem kaum zu übertreffenden Platzangebot pro Tier.

Mittlerweile grasen über 20 Schottische Hochlandrinder in den Bergen hoch über Lech, und vermarktet wird das Fleisch in der heimischen Gastronomie. Ein schlachtreifes Rind bringt es immerhin auf 350 – 400 Kilo, ganz zu schweigen von den 800 – 900 Kilo eines ausgewachsenen Schottenstiers.

 Es scheint, als sei hier eine vernünftige Symbiose von Mensch, Tier und Pflanzenwelt gelungen…einen Besuch ist der „Schottenhof“ allemal wert!

Bis zum nächsten Mal… Euer Ekki Bechler

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