Stuben 2017-die kleine Schwester wird erwachsen!? (Teil 1)

Grüßgott, liebe Arlberg-Freunde,

Die Saison 2016/2017 geht zu Ende, nicht ohne dass uns noch einmal in aller Deutlichkeit vor Augen geführt wird, wo der Reiz von pulvrigen Tiefschnee-Abfahrten zu finden ist und mit welchem Glücksgefühl ein gelungener Skitag zu Ende geht!

Es ist ungefähr zehn Tage her, dass ich für ein paar Stunden nach Stuben gekommen war, um dabei zu sein, wie die alt-eingessessenen Honoratioren des Stubener Liftbetriebs vom Alt-Bürgermeister Komm.-Rat Erich Brunner bis hin zum ersten Betriebsleiter der Albonabahn Erich Berthold der Errichtung der Albonabahn vor ziemlich genau 60 Jahren gedachten – die Kollegen aus Lech u nd Zürs (Bürgermeister Ludwig Muxel und „Mister Skilift“ Michi Manhart ) hatten es sich natürlich nicht nehmen lassen, den Schulterschuss zwischen Zürs-Lech und Stuben durch ihre Anwesenheit zu demonstrieren.

 

Nach der kleinen offiziellen Feierstunde am Hannes-Schneider-Denkmal mit einigen nachdenklichen, aber auch vorausschauenden Ansprachen war dann Gelegenheit, eine Bilder-Ausstellung in der Dorfkirche zu betrachten, die Christof Thöny vom Museumsverein Klostertal zusammengestellt hatte – gewidmet der historischen Entwicklung des Skilaufs in Stuben und auf der Albona.

Für mich, der ich gekommen war, um mehr zu erfahren über die Entstehungsgeschichte der Albonabahn und die Etappen ihrer Entwicklung, wurde es dann richtig interessant bei dem anschließenden Umtrunk mit Weisswürstl, Bier und Rotwein. Mein Dank für viele ikngteressante Erzählungen geht von dieser Stelle aus an Julius Polak, Martin Rhomberg, von den „Friends of Hannes Schneider„,  Erich Brunner, Christof Thöny und Rudi Pichler vom Tourismusbüro Stuben und zahlreiche andere „Erzähler“, die sich im Lauf das Nachmittags und Abends an meinem Tisch versammelten und ganz zwanglos die eine oder andere Anekdote aus dem Liftalltag der letzten Jahre ans Tageslicht brachten. Von der ersten und bisher einzigen Seilrettung war da die Rede, bei der Erich Bertholdt sich in des Wortes wahrer Bedeutung in einem Drahtseilakt um die Sicherheit und Bergung der „hängengebliebenen“ Skifahrer bemühen musste – was ihm beim Erzählen noch heute ein mulmiges Gefühl in der Magengrube zu bescheren scheint……

Oder von der legendären Lawine des Jahres 1988, die am 13.März nicht nur die Talstation der Albonabahn erfasste, sondern auch an die Hundert Autos entweder auf dem Parkplatz verschüttete oder aber durch den gewaltigen Luftdruck über die Bundesstraße förmlich hinweggepustet hat.  6 Mitarbeiter der Seilbahn – so erzählt Erich Bertold heute- waren wohl nur deshalb unversehrt geblieben, weil man beschlossen hatte, vor Beginn der morgendlichen Schneeräumungsarbeiten in Betriebsbüro noch gemeinsam eine Tasse Kaffe zu trinken……

Es dauerte dann Wochen, bis alle Fahrzeuge ausgegraben und geborgen waren. Mag.Ernst Ritter, amtierender Pfarrer in Klösterle und Stuben, verweist gegenwärtig zuweilen auf die noch immer sichtbaren Spuren der Lawine, die durch den an der Mauern der Kirche gestauten Luftfdruck den Giebel des Kirchturms rund 20cm angehoben hatte – ein Zustand, der bis heute geblieben ist.Geht man zurück und die Gründungszeit der Albonabahn, dann erinnert sich Erich Berthold mit einem leichten Schmunzeln an die verborgenen Tricks und Raffinessen, mit denen man behördliche Hindernisse auf dem Weg zur Betriebsgenehmigung aus dem Weg zu räumen verstand. Ein entscheidender Punkt war dabei die Einhaltung eines maximalen Bodenabstandes von 15 m, der je nach Schneelage eingehalten werden konnte oder auch nicht…Tauwetter konnte also zu jeder Zeit den Betrieb der Albonabahn blockieren!

Eine Betriebsgenehmigung konnte schließlich dann doch in der Weise erreicht werden, dass durch die Bildung einer Betriebsgemeinschaft mit einer  geeigneten „Hauptseilbahn“ -hier: der  Muttersbergbahn in Bludenz (!) – die Anwendbarkeit dieser Höhenvorschrift umgangen werden konnte. Böse Zungen behaupteten zuweilen sogar, dass den Planern der Albonabahn von dritter Seite eine Trassenführung nworahe gelegt worden sei, die das „Höhenproblem“ überhaupt erst zu Tragen gebracht habe….aber das bewegt sich natürlich auf der Ebene der Spekulation und der Legendenbildung.

Hauptsache ist: die „Albona“ läuft und es gibt interessante Zukunftspläne – über die gibts in meinem nächsten Text ein wen ig mehr zu lesen – jetzt muss ich erstmal die neuesten Informationen verdauen!

An dieser Stelle nochmals ein kleiner Hinweis auf einen seilbahntechnischen Leckerbissen:

Einer historische Einsesselbahn am Präbichl in der Steiermark, wie sie heute kaum mehr irgendwo zu entdecken ist,  droht das Aus, weil die zuständige Landesregierung nur die Hälfte der erforderlichen Renovierungskosten übernehmen kann/will  – die einschlägige Spendenaktion ist fast am Ziel und hofft bis Ende März 750 o00 € an Spenden zu akquirieren. Es wäre doch eine tolle Geste mit Stil und Charme, wenn gerade aus dem Bereich des größten zusammenhängenden Skigebiets der österreichischen Alpen hier ein wenig finanzieller Rückenwind käme…..in diesem Sinne:

Bis dann Ski heil!

Ekkehard „Ekki“ Bechler

 

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